Konferenzrückschau

27. Februar 2014

Die Welt aus kategorialer Perspektive

Viele gesellschaftliche und wirtschaftliche Phänomene unterliegen kategorialen Grundlagen. Wie verändern sich Sicht- und Verhaltensweisen, wenn diese hinterfragt werden? Ist dies – in wessen Sicht? – wünschenswert? Was wäre stattdessen sinn- und wertvoll? Es tauchen automatisch Fragen nach Werten auf, Kultur und Menschenbilder müssen thematisiert, und neuartige Modelle und Entwicklungskonzepte entwickelt werden. Die Herausforderungen für alle, die die Zukunft gestalten wollen, sind enorm.

Die Veranstaltungen des BIAK hat Ergebnisse der kategorialen Forschung für Probleme aus Politik, Wirtschaft und für Themen von besonderer gesellschaftlicher Bedeutung diskutiert.

Wir wollen Anstöße geben, diskutieren, und verstehen uns dabei als offenen "Think Tank" für die kritische Auseinandersetzung mit den kategorialen Strukturen heutigen Zeitgeistes.

Die "Welt aus kategorialer Perspektive" soll in diesem Sinne keine rein kategoriale sein, sondern eine absichtlich offene und durchlässige Veranstaltung für den interdisziplinäre Austausch.        

Wir freuen uns auf unsere offene und konstituierende Vortragsveranstaltung

  • am 27. Februar 2014 - 11:00 - 16:00 Uhr

hier bei uns im schönen Leipzig.

Folgende Mitglieder konnten wir für spannende Vorträge gewinnen:

  • Prof. Dr. Gerhard Heyer - Textanalyseverfahren
  • Gregor Wiedemann - Diskurse „Demokratischer Grenzziehungen“ in der Bundesrepublik Deutschland
  • Dr. Jürgen Tenckhoff - Altersstrukturen und Altersakzeptanz von Belegschaften
  • Dr. Norma Osterberg-Kaufmann - Die Wahrnehmung der Legitimität der EU
  • Werner Burkhardt - Ritalin-"Opfer" ADHS Kinder & Jugendliche
  • Michael Geffken - Konvergent, transmedial, crossmedial, polymedial: Wie sich Mediengattungen und Medienkanäle durchdringen und verändern – und was das für die Kommunikation bedeutet
  • Dr. Andreas Huber - Identität zwischen Ich und Selbst
  • Dr. Matthias Rosenberger - Kollektiver Irrtum der Massen - Eine interessante Studie mit sci:vesco

Referentenprofile und Abstracts hier

Blog Beitrag von Dr. Jürgen Tenckhoff:

Anmeldungen bitte unter folgendem Link über unseren Partner elements and constructs.

[Anmeldung]

Bei Fragen und Anregungen kontaktieren Sie bitte Dr. Matthias Rosenberger

Veranstaltungsort: Universität Leipzig, Augustusplatz 10, 04109 Leipzig, Raum 8-02 im Neuen Paulinum im 8.Stock

 

 

Referent

Titel

Abstract

Prof. Dr. Gerhard Heyer

Prof. Dr. Gerhard Heyer ist Professor für Automatische Sprachverarbeitung am Institut für Informatik der Universität Leipzig. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der automatischen semantischen Verarbeitung von Text. Prof. Heyer ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher Veröffentlichungen zu diesem Thema. Dank seiner langjährigen Industrieerfahrung ist er auch erfolgreicher Koordinator zahlreicher Industrie- und Drittmittelprojekte, die an seinem Lehrstuhl durchgeführt werden.
 
Textanalyseverfahren "Textanalyseverfahren" werden zunächst das prozedurale, referentielle und strukturalistische Paradigma einer semantischen Analyse vorgestellt. Der Ansatz der strukturalistischen Semantik, die aktuell auch unter dem Stichwort "distributional semantics" diskutiert wird, wird im Detail behandelt und darauf aufbauende Verfahren des Text Mining und mögliche Anwendungen präsentiert.

Georg Wiedemann

Gregor Wiedemann: Politikwissenschaftler, M.A. Doktorand in der Abteilung Automatische Sprachverarbeitung (AS) des Instituts für Informatik der Universität Leipzig. Promoviert zum Thema „Text Mining zur Analyse qualitativer Daten in den Sozialwissenschaften“. Arbeitet zurzeit im Verbundprojekt „Postdemokratie und Neoliberalismus“ der ASV mit der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg.

Diskurse „Demokratischer Grenzziehungen“ in der Bundesrepublik Deutschland

Demokratische Systeme müssen mit einem Paradoxon umgehen: Dem Ideal nach streben sie nach der gleichberechtigten Teilhabe Aller am politischen Geschehen. In der demokratischen Praxis müssen jedoch Personen, Gruppen oder Institutionen von der Teilnahme ausgeschlossen werden, insofern sie bestimmte „Spielregeln“ nicht akzeptieren. Was eine Demokratie „aushalten“ soll und wogegen demokratische Staaten repressiv vorgehen „dürfen“ wird beständig im öffentlichen Diskurs verhandelt. Der Vortrag stellt das Verfahren und erste Ergebnisse einer Diskursanalyse zu solchen „demokratischen Grenzziehungen“ in der Geschichte der BRD vor, für die Zeitungskorpora der ZEIT, TAZ, FAZ und SZ mit Hilfe von (semi-)automatischen Text Mining Verfahren ausgewertet wurden.

Dr. Jürgen Tenckhoff

Studien:

  • E.-Technik, Soziologie, Philosophie.
  • Dipl.-Ing., Universität Bochum
  • Dr. phil.,   Universität Bonn

1983 bis 2011 Deutsche Telekom AG

  • Großes Staatsexamen zum Bauassessor, Postrat
  • Chairman ISDN-EuroLabs, EU, Brüssel
  • Vice President Planning Systems, T-Mobile, Bonn
  • Vice President Age- and Generationsmanagement, Deutsche Telekom AG, Bonn

2011 Gründung Dr. Tenckhoff GmbH

  • Geschäftsführer und Inhaber
  • Abteilungspräsident a.D.
  • Fachberater „unternehmensWert: Mensch“   (BMAS, ESF, EU)Lehrbeauftragter
  • „Interkulturelle Kommunikation“ Universität Bonn
  • „Informatik“ Duale Hochschule Baden-Württemberg
  • „Rhetorik“ Duale Hochschule Baden-Württemberg

Engagement

  • Mentor im Stipendiatenprogramm der DTAG
  • Botschafter  bei „MINT Zukunft schaffen“
  • Beirat Duale Hochschule Baden-Württemberg
  • Mitglied im DDN – Das Demografie Netzwerk
Altersstrukturen und Altersakzeptanz von Belegschaften

Wenn man über Alter(n)s effekte spricht, fällt schnell das Wort „Alterskategorien“. Gemeint ist damit i.d.R. als Bezugsgröße das kalendarische Alter von Personen. Problematisch an diesem Wort ist es, dass damit auch alterstereotype Zuweisungen von Eigenschaften zu den entsprechenden Alterskategorien einhergehen, die noch aus vergangenen Zeiten stammen jetzt aber zu Fehleinschätzungen der Arbeitsbewältigungsfähigkeit von Beschäftigten führen. Mit Altersakzeptanzanalysen lassen sich diese kategorialen Sachverhalte aufzeigen und mit professionellen Altersstrukturanalysen werden die Risiken von Falscheinschätzungen minimiert.  In diesem Vortrag werden realitätsnahe Beispiele gezeigt und in Echtzeit mögliche Auswirkungen von Falscheinschätzungen in der Personalentwicklung von Belegschaften aufgezeigt.

Dr. Norma Osterberg-Kaufmann

Dr. Norma Osterberg-Kaufmann

Norma Osterberg-Kaufmann ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl „Regierungssystem der Bundesrepublik Deutschland“ am Institut für Politikwissenschaft der Leuphana Universität Lüneburg und Mitglied des dort ansässigen Zentrums für Demokratieforschung. Sie hat an der Humboldt Universität zu Berlin in Politikwissenschaft promoviert. In der Promotion hat sie sich mit den Ursachen für Erfolg und Scheitern von Demokratisierungsprozessen in Albanien und Kroatien beschäftigt. Derzeit arbeitet sie an den Fragen Demokratieverständnis und empirische Legitimationsforschung. Angesichts der Einschränkungen purer qualitativer und purer quantitativer Methoden in Bezug auf diese Forschungsgebiete, plädiert sie für die Anwendung von „mixed-methods-studies“ wie Repertory Grid. Norma Osterberg-Kaufmann ist spezialisiert auf Demokratieforschung, Legitimationsforschung, empirische Sozialforschung und die Region Südosteuropa. Die Wahrnehmung der Legitimität der EU Zusammenfassung: Schlüsseltexte der theoretischen EU-Legitimitätsforschung lassen eine tiefgreifende Delegitimierung der EU erwarten. Seitens der politischen Eliten konnte die Delegitimierung der EU bereits empirisch nachgewiesen werden. Aus Bürgerperspektive waren bisher keine Daten verfügbar, die die These der Delegitimierung der EU empirisch gestützt hätten. Methodische Defizite der Umfrageforschung werden als Ursache für dieses Ergebnis diskutiert. Mittels Repertory Grid, als alternative Methode, die qualitative und quantitative Ansätze in sich vereint, werden im vorliegenden Artikel sowohl das Legitimitätsverständnis der Bürger als auch ihre Legitimitätswahrnehmung der EU erneut gemessen und der Elitenwahrnehmung gegenübergestellt.

Werner Burkhardt

Werner Burkhardt

64 Jahre alt hat habe nach meinem Besuch der 8 Jährigen Volksschule in Hockenheim eine Ausbildung zum Industriekaufmann erfolgreich abgeschlossen. Anschliessend habe die Mittlere Reife und die Fachhochschulreife erlangt.Dannach habe ich an der Fachhochschule für Sozialwesen Mannheim Sozialarbeit studiert. Mein zweites Studium Philosopie im Hauptfach und er ErwachsenenBildung und Politik im Nebenfach absolvierte ich an der Technischen Universität Chemnitz. Ich habe verschiedene soziale, teilweise ehrenamtliche soziale Tätigkeiten ausgeübt, sowie auf verschiedenen Berufsfeldern gearbeitet. Ich habe mit Kollegen einfache Hefte üfr den Ethikunterricht entwickelt usw. Meine persönlichen Hobbies sind Musik (Schlagzeug), wobei ich hier immer noch aktiv bin, ferner interssieren mich nach wie vor Politik und das gesamte Umfeld hierzu. Als letztes, kleines Projekt habe im Bereich  von sogenannten ADHS Kindern gearbeitet und bin dadaurch doch zu interessanten Wahrnehmungen gelangt. Ritalin-"Opfer" ADHS Kinder & Jugendliche Kinder sind oft nur Symtomträger. Der schnelle Griff zur Tablette scheint die einzige Lösung zu sein. Ich vertrete den Standpunkt, dass die Umgebung sowohl Ursache als Herausforderung zugleich ist. Vorgestellt werden Interviewergebnisse mit Betroffenen und erste Lösungsansätze

Michael Geffken

Direktor und Geschäftsführer der Leipzig School of Media. Bis 2010 Leiter Journalistenfortbildung der VDZ Zeitschriften Akademie und Chefredakteur 'Print & more' - das Magazin der deutschen Zeitschriftenverleger. Zuvor Redakteur verschiedener Zeitungen und Zeitschriften; u.a. als Chefredakteur der Fachzeitschrift werben & verkaufen und als Korrespondent der WirtschaftsWoche in München sowie als Korrespondent in den USA. Herausgeber vom "Großen Handbuch Werbung" und vom "Handlexikon Public Affairs" sowie Autor zahlreicher Fachbücher und Fachartikel zu den Themen aus den Bereichen Journalismus, Kommunikation und Marketing. Konvergent, transmedial, crossmedial, polymedial: Wie sich Mediengattungen und Medienkanäle durchdringen und verändern – und was das für die Kommunikation bedeutet Medien (fiktionale wie journalistische) und Marketing verfügen heute über eine Vielzahl von Kanälen und Kommunikationsinstrumenten, die auf vielfältige Weise miteinander verknüpft werden. Getrieben durch dynamische Entwicklung von Technik und Informatik werden die Kanäle und Instrumente viel stärker als früher inhaltlich (z.B. durch Storytelling-Strategien), formal (z.B. durch Corporate-Design) und zeitlich (z.B. durch Campaigning) integriert. Der Vortrag skizziert die vielfältigen Erscheinungsformen des Medienwandels und beschreibt Auswirkungen auf Formen der personalen und gesellschaftlichen Kommunikation

Dr. Andreas Huber

Dr. Andreas Huber

Dr. phil. Andreas Huber, Jahrgang 1956, Diplompsychologe mit langjährigen Erfahrungen in Publizistik – über 25 Jahre Redakteur und Mitarbeiter bei Psychologie Heute – und Erwachsenenbildung, arbeitet seit 2001 als Berater, Coach und wissenschaftlicher Leiter der HMP Motivation Systems GmbH. Zahlreiche Publikationen, u.a. Weichenstellung. Komplexität und metaphorisches Denken im 21. Jahr-hundert (2001), Die 16 Lebensmotive – was uns wirklich antreibt (2002), Das Rubicon-Prinzip – ein Selbst-management-Programm für mehr Handlungskompetenz (2004), Selfness – Nehmen Sie Ihr Leben in die Hand (2007), Metaphorik und Handeln. Einfluss von Metaphern auf Denken, Sprechen und Handeln (2008), und Bossing – Strategien gegen den Psychokrieg (2010). Herausforderung: Komplexitäts- und Gestaltkompetenz schaffen. Motto: Professionalität mit Herz und Sinn.

Identität zwischen Ich und Selbst

Wer bin ich – wirklich? Erkenne dich selbst ! und Werde, der Du bist! Klar, sagt die Ich-AG, voll auf Kurs: alles nur eine Frage des optimierten Selbst. Oder ist damit nur das optimierte und optimal vermessene Ich der Selbst-GmbH gemeint? In einer existenziellen Kernkategorie unseres Daseins und der dafür zuständigen Psychologie herrscht Konfusion, zumindest postmoderne Gleich-Gültigkeit: viele Persönlichkeits- und Sozialpsychologen unterscheiden wie der gemeine Alltagsmensch oder Publizist kaum oder gar nicht zwischen Ich und Selbst: Kann, soll oder muss man zwischen Ich und Selbst überhaupt kategorial differenzieren: ist Menschwerdung letztlich nicht gleichbedeutend mit Selbstwerdung und/oder Ichwerdung? Einige antwortende und aufklärende Thesen auf der Grundlage der neueren empirischen Forschungen zum True Self  und Quiet Ego – für den Übergang von der Postmoderne zur Reflexiven Moderne.

Dr. Matthias Rosenberger

Dr. Matthias Rosenberger

 

Geschäftsführer der elements and construct GmbH & Co. KG // psychological solutions. Seit über 20 Jahren arbeitet er an Lösungen und Methoden zur Reduktion sozialer Komplexität. Er hält Vorträge auf nationalen und internationalen Foren und hat zahlreiche Publikationen zum Thema veröffentlicht. Er ist zudem Vorstandsvorsitzender des BIAK e. V. und arbeitet als Berater, Trainer und Coach.

Kollektiver Irrtum der Massen

Unsere Welt um uns herum ist unüberschaubar komplex und dynamisch. Jeder von uns konstruiert sich seine eigene Wirklichkeit im Dschungel der uns umgebenden Informationen. Somit wird Realität zur Ansichtssache. Jeder von uns ist ein Teil des großen Ganzen und wir bewegen uns gemeinsam mit anderen in Wechselbädern systemisch verbundener Elemente, die jeder von individuell deutet und bewertet. Kollektive Entscheidungsmuster entstehen durch ein komplexes Zusammenspiel von Umgebungsvariablen, internen Entscheidungsheuristiken und Zufällen. Wie kann man da der öffentlichen Meinung noch trauen?